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Britanniens Bauhaus

Das historische Isokon Building in London war in den 30er Jahren Dreh- und Angelpunkt der intellektuellen Elite. Seine einzigartige Ausstattung durch namhafte Bauhaus-Designer lebt bis heute weiter.

Die Geschichte des heutigen Isokon-Gebäudes im Londoner Stadtteil Hampstead liest sich wie eine Mischung aus großer Architekturgeschichte und Spionagekrimi. Zwischen mildem urbanem Grün erhebt sich unvermittelt ein weißes Apartmenthaus in reinster Bauhaus-Optik, geometrisch streng, mit umlaufenden Balkons und markanten massiven Feuertreppen. Das frisch sanierte Haus trägt heute den Namen Isokon Building und ist Zeuge einer ästhetischen Revolution, die in England 1929 begann. In jenem Jahr gründete sich in London das Gestaltungsbüro Isokon mit dem Ziel, funktionale Architektur nach modernsten Maßstäben zu etablieren und mit entsprechenden Interieurs auszustatten.

Glanzvoller Höhepunkt war zunächst die Eröffnung des Gebäudes als sogenannte Lawn Road Flats im Jahr 1934, die für die damals neue Spezies urban verankerter, weltläufiger und modern denkender Berufstätiger konzipiert worden waren. 29 Apartments für ein bis drei Bewohner fanden darin Platz plus Personalwohnung, Küche und eine große Garage. 1937 kam im Erdgeschoss ein exklusiver Club namens Isobar dazu, gestaltet von Marcel Breuer und dem renommierten britischen Designer und Künstler Maxwell Fry.

Dass sich eine weitere gesellschaftliche Randgruppe im Isokon Building besonders wohlfühlte, ist heute Legende. Denn nicht nur Agatha Christie samt Ehemann fand hier ein neues Zuhause, auch die beiden russischen Spione Jürgen Kuczynski und Arnold Deutsch lebten und verkehrten im Isokon.

Zur prominenten Nachbarschaft gesellte sich von 1934 bis 1937 auch Walter Gropius mit seiner Frau Ise. Bis zu seiner Emigration in die USA blieb Gropius Designchef der Isokon Furniture Company und empfahl als Nachfolger einen weiteren namhaften Mitbewohner: seinen früheren Bauhaus-Kollegen Marcel Breuer. 1969 ging der Ruhm des geschichtsträchtigen Gebäudes in den Sinkflug. Mehrere Verkäufe machten es zum Spekulationsobjekt, die Isobar wurde abgerissen, notwendige Investitionen blieben aus. Trotz Denkmalschutz fungierte das Haus über 20 Jahre lang als psychiatrische Anstalt. Erst 2003 machte sich ein neuer Besitzer an die umfassende Sanierung des jetzigen Isokon Building, das heute 36 Apartments beherbergt. Auch seine bewegte Geschichte wurde aufgearbeitet und lässt sich in der 2014 eröffneten Galerie in der ehemaligen Garage plastisch und detailreich nachvollziehen.

Zugleich fand die Firma Isokon würdige Nachfolger. Unter dem Dach der britischen Marke Skandium lebt Isokon Plus seit 1999 weiter. Skandium-Mitgründer Magnus Englund besitzt das Penthouse auf dem Isokon Building und beförderte das Comeback großer Designklassiker der ursprünglichen Isokon Furniture Company. Auch die Fertigungstechnik des gebogenen Sperrholzfurniers wurde weiterentwickelt. Das feine, aber äußerst robuste Material erlaubt eine Formensprache, die für Isokon seit den Gründungsjahren typisch ist: Das gebogene Holz hat eine organisch-skulpturale Anmutung und wirkt durch seine dynamischen Kurven leicht und elegant.

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