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Buchtipps:
Utopien und Unendlichkeiten

„Wie leben?“ Diese Frage beantworten große Visionäre ganz unterschiedlich. Faszinierend sind ihre Utopien allesamt. Einfach nur beeindruckend schön sind die Häuser, die James Silverman fotografiert hat. Und die Stadt Berlin begeistert mit ihrer Wandlungsfähigkeit. Unsere Buchtipps.

Unendlich schön

So schön das eigene Haus oder die eigene Wohnung auch sein mögen: Wer dieses Buch durchblättert, wird Neid verspüren. Garantiert. Er wird ins Schwärmen geraten und denken: So will ich auch wohnen! In dieser norwegischen Mountain-Lodge mit ihren riesigen Fenstern, in diesem grasbewachsenen Holzhaus inmitten eines schwedischen Waldes, in diesem leuchtend blauen mexikanischen Turm oder dem beeindruckenden Betonbau in der Schweiz. Das Buch „Infinite Space“ versammelt die Fotos moderner Traumhäuser aus aller Welt. James Silverman hat sie auf seinen Reisen entdeckt und in Szene gesetzt. Er spielt mit den Perspektiven, bezieht die Landschaft ein und betont architektonische Details ebenso wie das Interieur.

James Silverman – Infinite Space. Contemporary Residential Architecture and Interiors, Gestalten Verlag, 272 Seiten, 44 Euro.



Weltanschauungen

Wir leben heute in der Zukunft von gestern. In einer Gegenwart, die auch von Künstlern, Architekten und Wissenschaftlern geprägt wurde. Von Visionären, die versucht haben, das Leben umfassend zu verbessern. Eine Ausstellung im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen beschäftigte sich kürzlich mit radikalen Ansätzen zur ästhetischen Neugestaltung unseres Lebens. Sie zeigte Entwürfe von der Russischen Avantgarde bis heute. Welche technischen Neuerungen inspirierten die Menschen? Was für utopische Gedankenspiele brachte die Industrialisierung hervor, welche fordert die Digitalisierung heute heraus? In dem Ausstellungskatalog „Wie leben?“ gibt es eine Menge zu entdecken: Da wird ein Mies-van-der-Rohe-Hochhaus von Erwin Wurm zum Schmelzen gebracht. Eine „Phantasy Landscape“ von Verner Panton versetzt einen in nahezu rauschhafte Zustände, und die märchenhaften Traumhäuser von Herrmann Finsterlin faszinieren mit ihren organischen Formen. Könnten wir uns heute noch vorstellen, in „Intrapolis“ zu leben, einer Trichterstadt, entworfen von Walter Jonas? Wie viel Radikalität lassen wir zu?

René Zechlin (Hg.) – Wie leben? Zukunftsbilder von Malewitsch bis Fujimoto, Wienand, 288 Seiten, 35 Euro



Stadtansichten

Ein Säulengang des Neuen Museums, Baukräne hinter aufeinandergestapelten Wohncontainern, moderne Townhouses am Caroline-von-Humboldt-Weg, eine Location namens „Paradies“, deren Faszination in ihrer Tristesse liegt: Der Ausstellungskatalog „Berlin Raum Radar“ vereint 80 Architekturfotografien aus den vergangenen 15 Jahren, die sich mit dem städtischen Raum Berlins beschäftigen. Die verschiedenen Perspektiven bilden ein Panorama der Veränderungen. Gezeigt wurde die Ausstellung Anfang Mai in einem Gründerzeitensemble in der Potsdamer Straße, das aufwändig saniert wurde: „Neue West“. Wer die Ausstellung verpasst hat, kann der „urbanen Morphologie“ Berlins jetzt in dem Buch nachspüren.

Nadine Barth (Hg.) – Berlin Raum Radar. Neue Architekturfotografie, Hatje Cantz Verlag, 128 Seiten, 25 Euro

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