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Trix Haussmann

Trix Haussmann, geborene Högl, zählt zusammen mit ihrem Ehemann Robert zu den einflussreichsten Schweizer Architekten und Designern.

Chur, am rechten Ufer des Rheins gelegen, ist nicht nur die älteste Stadt der Schweiz, sondern auch die Geburtsstätte einer international gefeierten Architektin und Designerin. Denn vor ziemlich genau 80 Jahren – am 6. November 1933 – erblickt hier Trix Högl, spätere Haussmann, das Licht der Welt.


Die Schweizerin studiert an der ETH Zürich Architektur und anschließend Urbanistik. Ihr erstes Designbüro gründet sie 1967 zusammen mit Robert Haussmann, den sie im selben Jahr heiratet. Unter dem Namen „Allgemeine Entwurfsanstalt“ beschäftigen sich die beiden Kreativen mit Stadtplanung, Innenarchitektur, Industriedesign und Möbelentwürfen. Auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches. Doch sorgt ihre besondere Herangehensweise, ihr Umgang mit Materialien, Farben und Formen für Aufsehen. Denn sie brechen mit althergebrachten Sichtweisen: Trix und Robert hinterfragen auf kritisch-ironische Weise erstarrte Lehren der Architekturgeschichte und treiben Handwerk und Phantasie an ihre Grenzen. Sie selbst bezeichnen ihren Gestaltungsansatz als kritischen Manierismus: „Das Wiederaufgreifen verlorengegangener Tradition und deren Fortentwicklung und zeitgemäße Neuinterpretation – verbunden mit Humor und nicht zuletzt Selbstironie.“ Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählen unter anderem die Neugestaltung des Züricher Hauptbahnhofs, die Ladenpassage Galleria Hamburg, der „Rolladenschrank“ und die überspitzte Möbelserie „Lehrstücke“.


Neben namhaften Auftraggebern wie DeSede, Walter Knoll, Ritzenhoff, Draenert oder Wogg ist es vor allem das Schweizer Unternehmen Röthlisberger, das eng mit den Haussmanns zusammenarbeitet. Seit der Gründung des Möbelherstellers im Jahr 1977 entwirft das Duo eine Reihe außergewöhnlicher wie zeitloser Möbel. Viele davon sind Klassiker geworden und haben sowohl die Kunden als auch zahlreiche Award-Jurys überzeugt. Zudem tritt das Designerehepaar 1978 der Gruppe „Alchimia“ bei, die Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre weltweit an zahlreichen Ausstellungen beteiligt ist und zu den international bedeutendsten Designergruppen zählt. Wenig später nehmen beide verschiedene Lehraufträge an Kunst- und Architekturhochschulen an – Trix doziert zwischen 1997 und 2000 im Fachbereich Architektur an der ETH Zürich. 2011 bringt Röthlisberger schließlich das Buch „Die Allgemeine Entwurfsanstalt mit Trix und Robert Haussmann“ heraus, um das erfolgreiche Gespann zu ehren.


Grund dafür gibt es wahrlich genug. So leistete das Paar einen beachtlichen Beitrag zur Schweizer Design- und Architekturgeschichte. Vor allem in den späten siebziger und achtziger Jahren gehörten die zwei Visionäre zu den einflussreichsten Wegbegleitern für neue Designauffassungen. Keine Frage, sie zählen zu den wichtigsten Schweizer Architekten des 20. Jahrhunderts. Mit ihrem engagierten und reflektierten Hinterfragen ästhetischer Konventionen sind sie ihrer Zeit stets voraus gewesen.

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