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Jean-Marie Massaud: Symbol schlägt Style

Er ist ein Mann, der das Ganze sieht. Trends, Modeerscheinungen und Designstile sind nichts für Jean-Marie Massaud. Denn für ihn geht es um mehr. Was zählt, sind menschliche anstatt technische Innovationen. Seine Mission: Die Welt nicht nur schöner, sondern auch besser zu machen.

Seine Inspiration ist die Natur. Seine Arbeit eine Suche nach Mitteln und Wegen, die Umwelt nachhaltig zu schonen und den Menschen ihre Verantwortung gegenüber ihrer Umgebung bewusst zu machen. Er ist ein Mann des Wandels, ein Visionär.


Geboren 1966 im südfranzösischem Toulouse, schließt Jean-Marie Massaud sein Studium 1990 an der Designhochschule Les Ateliers, Ecole Nationale Supérieure de Création Industrielle in Paris ab. Anschließend arbeitet er ein Jahr lang in Hongkong am Design für Massenprodukte, bevor er vier intensive Jahre mit seinem ehemaligen Professor Marc Berthier zusammenarbeitet. Geprägt von dieser Zeit, widmet sich Massaud seitdem verstärkt der Verbindung von Architektur und Design. Mittlerweile reichen seine Arbeiten von industriellen Produkten über Möbelstücke bis hin zu architektonischen Projekten. Dabei verfolgt er drei Grundsätze. Erstens: Wer kreativ arbeitet, hat eine große Verantwortung. Zweitens: Man kann sich nicht einfach seinem Narzissmus hingeben wie noch vor 50 Jahren. Drittens: Es muss eine Verbindung mit der realen Welt geben. So ist der Designer und Architekt stets auf der Suche nach Synthese, Reduktion und Leichtigkeit. Da ist es nur konsequent, dass er seinen Fokus nie auf das einzelne Produkt legt: „Mich interessieren weitreichendere Prozesse. Wenn es nur um Eitelkeit und um Oberflächlichkeiten geht, ist das für mich uninteressant.“


Keine Frage, Massaud ist ein Mann mit Prinzipien „Meine Arbeiten sind Symbole, kein Style“, so der Künstler. Style sei zwar nett, aber im Grunde dekadent. Diesen ganzen Trubel, nur um etwas Aufmerksamkeit zu erhaschen, findet der Franzose geschmacklos. Für ihn geht es vielmehr um Ethik und Verantwortung. Denn seiner Meinung nach können wir mit dem Wissen, das wir inzwischen haben, nicht einfach so vor uns hin leben. Und genau da setzt der weltbekannte Designer an: Er stellt das Existierende infrage und entwickelt seine Lösungen als Symbiose aus Menschen, ihm selbst und der Natur. Ein Zusammenspiel, das sich in der Klarheit seiner Linien widerspiegelt.


Im Jahr 2000 gründet der Familienvater zusammen mit dem Architekten Daniel Pouzet das Studio Massaud. Neben einem neuen Geschäft entsteht auch eine wunderbare neue Freundschaft. Beides existiert heute noch. Gemeinsam werden architektonische Projekte in Mexiko, Hongkong, Paris, Frankfurt und Tokio realisiert. Darunter der internationale Auftritt Renaults auf Automobilausstellungen oder die Lancôme Stores in Paris und New York. Auch das fliegende Hotel „Manned Cloud“ (bewohnte Wolke) oder das Fußballstadion „Estadio Omnilife“ in Guadalajara, Mexiko, unterstreichen seine Absicht, Mensch und Natur durch Architektur in Einklang zu bringen, auf sehr plastische Art und Weise. „Manned Cloud“ ist ein Luftschiff-Hotel, das 2020 eröffnet werden soll und wie ein fliegender Wal durch das Himmelsmeer gleitet – eine wohl unvergessliche Reise für Mitreisende, die die unberührte Schönheit der Welt bequem von oben aus betrachten können, ohne die Infrastruktur zu strapazieren. Und das Fußballstadion begeistert durch seine vulkanartige Form Fans und Designfreunde gleichermaßen.


In Sachen Produktdesign bleibt Massaud seinem Naturcredo ebenfalls treu. Exemplarisch dafür steht die Badkollektion „WaterDream“, die er 2005 gemeinsam mit Axor für Hansgrohe entwickelt. Mit seinem Ansatz „Der Mensch braucht keine Armatur, er braucht Wasser“ zeigt der Künstler einen Armaturenkorpus, der an einen Grashalm erinnert, einen Schwallstrahl, der zum Wasserfall mutiert, und eine Wanne, die zum See wird. Erfreulicher Nebeneffekt der preisgekrönten Kollektion: Der Wasserverbrauch reduziert sich um 50 Prozent.


Heute spielt Jean-Marie Massaud wie selbstverständlich in der höchsten Designliga. Während seine Entwürfe längst in Museen in Amsterdam, Chicago, London, Paris und Zürich zu bewundern sind, arbeitet er unermüdlich für Hersteller wie Armani, Cacharel, Cassina, Cappellini, B&B Italia, Poltrona Frau und Dior. Dass hinter soviel Schaffensgeist letztlich nur ein ganz normaler Mensch steht, der seine schwerste Aufgabe darin sieht, sich selbst zu managen, ist kaum zu glauben. Denn immer wieder scheint er sich mit Leichtigkeit über geltende Konventionen hinwegzusetzen, um bessere Lebensräume zu schaffen.

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